Örtliche Lage
Schweigern liegt in einer Talsohle der Umpfer zwischen Boxberg (westlich) und Unterschüpf (nordöstlich), im Kreuzpunkt der Täler Richtung Bobstadt(südlich) und Epplingen (nordwestlich). Schweigern ist Stadtteil der Stadt Boxberg.

Wenn Kirche und Pfarrhaus reden könnten, würden sie uns alles über die Kirchengemeinde Schweigern berichten können. Gemeindehaus und Kindergarten könnten das für die letzte Zeit noch ergänzen. Der Kirche verdankt Schweigern sogar seine erste urkundliche Erwähnung im Jahr 741, auch wenn das Dorf noch um einiges älter sein dürfte. 741 n. Chr. wurde nämlich die erste Martinskirche vom damaligen König Karlmann dem Bistum Würzburg Übereignet. Zu der Zeit - und das blieb für weitere etwa 1.000 Jahre auch so - war die Martinskirche eine Wehrkirche. Sie war von hohen Umfassungsmauern umgeben, an die 'Gaden' angebaut waren. In diese konnten sich die Schweigerner Familien zurückziehen, wenn sie bedroht wurden. Das restliche Dorf war jedem Angriff schutzlos ausgeliefert. Da die Wehrkirche im Laufe der Jahrhunderte nicht nur renovierungsbedürftig, sondern auch zu eng geworden war, entschloss man sich, sie Anfang des 19. Jahrhunderts abzureißen und eine ganz neue Kirche zu bauen. Ab 1813 fanden die Gottesdienste dann in dieser neuen Kirche statt.
Unterdessen war die Martinskirche schon lange eine evangelische Kirche: Die Reformation war hier schon ganz zu Beginn von den zuständigen Landesherren eingeführt worden - zunächst in lutherischer , aber schon Mitte des 16. Jahrhunderts in reformierter Ausprägung. Die reformierte Prägung war bis 1959 auch an der Kirche abzulesen, die als typische Predigtkirche eingerichtet war: Im Mittelpunkt die Kanzel, die Bänke um sie herum ausgerichtet. Seit der Renovierung 1959 stehen die Bänke alle in einer Richtung, ausgerichtet auf den Altar. Wie der Kircheninnenraum nach der nächsten, dringend fälligen Renovierung gestaltet wird, ist noch offen.
Das Pfarrhaus ist zwar nicht ganz so alt wie die Kirche, geht aber immerhin auch auf die Zeit der Reformation zurück. Allerdings wurde das erste Gebäude aus so schlechtem Material erbaut, dass es schon sehr schnell reparaturbedürftig war. Zwar wurde dann renoviert, aber der schlechte Zustand des Hauses blieb jahrhundertelang ein ständiges Problem, bis sich endlich jemand fand, der seine Zuständigkeit für die Finanzierung eines Neubaus anerkannte. 1860 konnte endlich Richtfest gefeiert werden, und die Zeiten, in denen die Pfarrfamilie keinen trockenen und kaum einen einsturzsicheren Raum bewohnen konnte, waren endlich vorbei.
Die Treue zur Kirche siegt letztlich über die Schwierigkeiten und Ärgernisse, die Veränderungen mit sich bringen. Für Neues wie für Altgewohntes finden sich in Schweigern Menschen, die dafür ihre Zeit und ihre Kraft opfern. Das macht Mut für die Zukunft der Kirche.